GroKaGe sagt alle Veranstaltungen ab

von Stefan Maue 22. Dez. 2021  |  13:19 Uhr, Badische Neueste Nachrichten

Rastatter Fastnachtsumzug fällt wegen Corona erneut aus

Auch im Jahr 2022 wird am Fastnachtssonntag kein Umzug durch die Rastatter Innenstadt rollen. Die Große Karneval-Gesellschaft (GroKaGe) teilte mit, dass wegen Corona sämtliche Veranstaltungen abgesagt werden. Die Narren denken aber über eine Alternative nach.

Umzug, Menschenmenge
Andere Zeiten: 2019 feierte die Menschenmenge noch unbeschwert den Rastatter Fastnachtsumzug. Drei Jahre später fällt er wegen Corona erneut aus. Foto: Archivfoto: Hans-Jürgen Collet

Der Rastatter Fastnachtsumzug fällt auch im Jahr 2022 aus. Diese Entscheidung hat Roland Stadtfeld, Präsident der Großen Karneval-Gesellschaft (GroKaGe), am Mittwoch mitgeteilt.

„Wir haben lange gehofft, dass er stattfinden kann“, betont Stadtfeld. In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch (CDU) am vergangenen Montag sei aber der Beschluss gefasst worden, auf den Umzug zu verzichten. „Gerade die neu verkündeten Corona-Einschränkungen haben uns darin bestärkt“, sagt Stadtfeld.

53 Gruppen hatten sich für den am Fastnachtssonntag geplanten närrischen Korso bereits angemeldet. Die GroKaGe sagt auch alle anderen Veranstaltungen wie Prunksitzung und Ordensmatinee ab. Die Rathauserstürmung, die traditionell am Schmutzigen Donnerstag erfolgt, wird es in ihrer gewohnten Form ebenfalls nicht geben. Wie schon in diesem Jahr könnte allenfalls ein kleines Video im Rathaus gedreht und über die sozialen Medien verbreitet werden, spekuliert Stadtfeld. Die Strafe für den OB stehe auf jeden Fall schon fest, versichert der Präsident.

Schwarzwälder Dreigestirn stand vor der Premiere in Rastatt

Kein Umzug bedeutet auch kein Narrendorf auf dem Marktplatz. „Nachdem der Weihnachtsmarkt vorzeitig geschlossen wurde, hätte auch das Narrendorf nicht zur momentanen Situation gepasst“, betont der GroKaGe-Präsident.

Die Enttäuschung unter den Vereinsmitgliedern sei allenthalben groß, denn die Planungen für die Kampagne waren schon weit fortgeschritten. „Orden waren angefertigt, das Männerballett hatte bereits intensiv geprobt und unser Motto stand fest“, berichtet Stadtfeld.

Zudem sollte anstelle eines Prinzenpaares zum ersten Mal ein Schwarzwälder Dreigestirn aus Edelmann, Bauernmädchen und Bauer präsentiert werden. Deren Premiere muss nun verschoben werden.

GroKaGe plant Alternative im Sommer

Ende November hatten sich die Verantwortlichen der GroKaGe schon einmal mit OB Pütsch getroffen. Damals einigte man sich darauf, die Entscheidung über den Umzug so lange wie möglich hinauszuzögern. Wegen der aktuellen Entwicklungen sei es eben nun zur Absage gekommen. Stadtfeld weckt allerdings bei den Fastnachtsfreunden dennoch Hoffnungen auf eine kleine Entschädigung: „Wir planen ein zweitägiges fastnachtliches Sommerfest, wobei wir den Termin aber noch mit der Stadt abstimmen müssen“.

Dabei denkt er vor allem an die Vereinsmitglieder, deren Motivation durch die erneute Absage der Kampagne weiter beeinträchtigt werden könnte. Stadtfeld kann sich vorstellen, bei dem Fest ein attraktives Bühnenprogramm auf die Beine zu stellen mit Musik, Tanz und Wortbeiträgen. Beispielsweise könnte dort auch die Jugendgarde mitwirken: „Sie hatte in diesem Jahr nur einen Auftritt“, bedauert der GroKaGe-Chef.

Nicht ausschließen mag er außerdem die Möglichkeit, ähnlich wie vor Jahren am Baggersee in Plittersdorf, einen kleinen fastnachtlichen Umzug im Sommer durch die Stadt zu organisieren. Freilich weiß er, dass die Meinungen dazu geteilt sind: „Die einen finden das super, die anderen sagen, dass ein solcher Umzug wirklich nur in der Fastnachtszeit stattfinden sollte.“ Obendrein bleibt abzuwarten, wie Corona derlei Gedankenspiele beeinflusst.

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